Im neuen Vergleich der Masterangebote werden je nach Fach bis zu 15 verschiedene Kriterien – Studierendenurteile und Fakten – ausgewiesen. Die Studierenden bewerten neben der allgemeinen Studiensituation unter anderem auch den Übergang in den Master, das Lehrangebot, die Betreuung und Unterstützung im Studium, digitale Lehrelemente sowie die Praxisorientierung und Forschungsorientierung in der Lehre – letztere zeigt etwa, inwieweit in den Lehrveranstaltungen auf aktuelle Forschungsergebnisse Bezug genommen und die Möglichkeit zu eigener Forschung schon im Rahmen von Lehrveranstaltungen gegeben wird.

Die Biberacher Studierenden bewerten insbesondere die Allgemeine Studiensituation (4,7), die Betreuung durch die Lehrenden (4,7) sowie die Forschungsorientierung (4,5) und das Lehrangebot insgesamt (4,4) als besonders gut – und damit besser als an vergleichbaren Hochschulen. Für Professor Dr. Stefan Ulreich ergibt sich ein rundes Bild: „Die verschiedenen Aspekte, die die Studierenden besonders hoch bewertet haben, ergänzen sich: ein gutes, gerade im Master-Studium auch forschungsorientiertes Studium sowie Lehrende, die auf ihre Studierenden und deren Bedürfnisse und Erwartungen eingehen – all das können wir in Biberach als kleine, aber feine Hochschule bieten“, so der Studiendekan für die Lehreinheit Energiewirtschaft.

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Als besonderes wichtige Aussage empfindet er die „Kategorie Kritikfähigkeit/Bereitschaft für Verbesserungsvorschläge der Lehrenden“. Auch hier schneidet die HBC sehr gut ab mit 4,6 im Vergleich zu 4,3 Punkten, die das CHE als Durchschnittswert ermittelt hat. „Kleine Gruppen erlauben sehr interaktive Angebote und innovative Methoden. Dabei können wir unsere Studierenden als individuelle Persönlichkeiten wahrnehmen und die Inhalte für unsere Vorlesungen und Seminare passgenau zuschneiden“. In seinem Energiewirtschaftlichen Seminar zum Beispiel haben die Studierenden eigene Themen vorgeschlagen und selbst bearbeitet. In kleinen Teams erstellten sie zum Beispiel eigene Energieszenarien, also Prognosen zu langfristigen ökonomischen, technologischen und politischen Entwicklungen in diesem Sektor.

In der Lehreinheit Bau und Immobilien, für die Prof. Dr. Thoms Beyerle als Studiendekan verantwortlich ist, wünschen sich die Master-Studierenden Kontakt zu attraktiven Arbeitgebern. Projektarbeiten mit starkem Praxisbezug stellen diesen her – und stehen gleichzeitig für aktuelle Branchenthemen wie die Umnutzung von ehemaligen Industriequartieren als Mixed-used Konzept wie zum Beispiel die Überplanung eines Supermarktes mit Wohnfunktionen, so Beyerle.

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Auch die Abschlussarbeiten entstehen in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen und gleichzeitig unter forschungsorientierten Fragestellungen. Denn beide Branchen sind Schlüsselfelder der Zukunft. „Es geht um nicht weniger als die zentrale Frage, wie der dringend benötige Infrastrukturausbau bewältigt werden kann, nicht nur in Deutschland“, so Ulreich. Wie gelingt eine nachhaltige Energieversorgung? Welche Rolle spielt dafür die Digitalisierung? In welchen Gebäuden arbeiten und leben wir in Zukunft – und wie gelingt dies bis ins hohe Alter? Stefan Ulreich hat im vergangenen Semester die Abschlussarbeit eines Absolventen betreut, der sich in enger Kooperation und gefördert durch den Verband der europäischen Energiehändler – die European Federation of Energy Traders (EFET) – entstanden ist. Dabei ging es um die Frage, inwieweit das aktuelle Marktdesign in der Lage ist, Investitionen in Stromerzeugung und Stromspeicherung zu ermöglichen. Dafür arbeitete der Absolvent mit dem EFET-Netzwerk in Brüssel und London zusammen, die Thesis schrieb er selbstverständlich in Englisch, so Ulreich. Auch Beyerle nennt ein besonderes Thema: Die Umwidmung von Sakral- zu Pflegeimmobilien – „ein Potenzial, das es zu analysieren gilt“, so Beyerle, der sich mit Megatrends in der Immobilienwirtschaft befasst.

Und was macht die Attraktivität des Lehrangebot in den Master-Studiengängen der Fakultät BWL aus? „Die enorme Bandbreite der Themen auf der einen Seite und die Einbindung regionaler, nationaler und internationaler Partner auf der anderen Seite“, sind sich die beiden Professoren sich einig. Der Kontakt zu Praktikern der Bau- und Immobilien- sowie Energiewirtschaft geschieht auf ganz unterschiedliche Weise: Viele Expert*innen kommen zu Gastvorträgen an die Hochschule Biberach, auch virtuelle Meetings mit Kolleg*innen aus Japan oder den USA werden angeboten. Besonders hoch im Kurs stehen die großen Exkursionen – nach Dubai oder Island, jeweils ein Mix aus fachlichen Einblicken und kulturellen wie landschaftlichen Highlights. Mit der Island School of Energy hat die Fakultät BWL gerade eine Kooperation abgeschlossen; im Sommer fand die erste gemeinsame Summer School statt, ein Angebot, das es künftig regelmäßig geben wird, so Stefan Ulreich. „Wir sind eine vergleichsweise kleine Hochschule, bieten unseren Studierenden jedoch ein wirklich umfangreiches Angebot an fachlichen Themen und internationalen Kontakten“, so Thomas Beyerle, der wie seine Kolleg*innen sein persönliches Netzwerk für diesen wichtigen Austausch öffnet.